Das Mittelalter lässt grüßen in Caceres. Foto: M. Trinius
Ein weites Land im Westen Spaniens, an der Grenze zu Portugal, mit einem entspannten Tourismus - das ist die Extremadura. Hier warten endlose Eichenhaine, mittelalterliche Städte und wilde Landschaften, in denen Adler und Geier kreisen. Ein Paradies für alle, die es etwas ruhiger mögen und dabei nicht auf gutes Essen und die Atmosphäre einer Stadt verzichten wollen.
Typisch für die Region sind die wirklich niedlichen Iberico-Schweine. Sie haben ein dunkles Fell, sind recht groß und die Ohren flattern immer etwas. Sie ernähren sich hauptsächlich von Korkeicheln, die sie auf dem Boden in den grünen Eichenwäldern der Extremadura finden. Diese Ernährung ist Grundlage für die feine Maserung und den besonders guten Geschmack des Iberico-Schinkens. Er ist eine Spezialität der spanischen Region und wird in die ganze Welt verkauft.
Ein Picknick unter einem Eichenbaum mit Verkostung von Manchego-Käse und Iberico-Schinken ist etwas Besonderes. So erlebt in Malpartida de Plasencia, wo der Hofherr die Gäste sogar mit dem Jeep abgeholt hat. Mitten in der grünen Natur zu sitzen, die gute Luft und den leckeren Imbiss zu genießen, dabei vieles über die Zucht der Schweine und das Leben auf dem Hof zu erfahren - unvergesslich! Wem das zu viel Aufwand ist, so ein Picknick über die Tourismusbehörde zu organisieren, der kann die Spezialitäten der Region in Feinkostgeschäften vor Ort kaufen oder in den Tapas-Bars genießen.
Die Iberico-Schweine leben auf grünen Wiesen mit Eichenwäldern. Video: M. Trinius
Diese Kombination aus Kloster und Palast ist absolut sehenswert: In Yuste steht ein Kloster aus dem 15. Jahrhundert, das mit seinem wunderschönen Garten mit Säulengängen sowie einem kleinen Palast dahinter begeistert. Kaiser Karl V. verbrachte dort die letzten Monate seines Lebens. Ein Saal mit großem offenen Kamin, ein bunter, romantischer Palastgarten und eher kleinere, komfortable Räume sollten ihm das Leben so angenehm wie möglich gestalten.
Wer sich für römische Geschichte interessiert, ist in Merida genau richtig. In der Stadt steht ein antikes Amphitheater aus der Zeit um 15 v. Chr. - es ist also über 2.000 Jahre alt. Das Theater zeigt sich noch sehr gut erhalten. Eine Erkundungstour durch die große Anlage bringt immer wieder abwechslungsreiche Blicke: auf die majestätischen Säulen hinter der Bühne, auf die umliegende Stadt und die hohen Zypressen, die das Theater umgeben.
Aus Römerzeiten: Amphitheater in Merida. Video: Marita Trinius
REISE-INFOS EXTREMADURA
Anreise:
Mit dem Flugzeug, z.B. mit Eurowings, ab vielen deutschen Flughäfen nach Sevilla oder Madrid. Dort am besten einen Mietwagen nehmen, die Fahrt in die Extremadura dauert ca. eine Stunde.
Vor Ort:
Infos zur Region: Turismo de Extremadura
Allgemein:
Infos zum Reiseland Spanien: Spain Info
Im Monfragüe-Nationalpark. Video: M. Trinius
Die Extremadura hat auch einen Nationalpark: Monfragüe ist mit einer Fläche von 180 Quadratkilometern gar nicht so groß. Er lässt sich bequem erkunden, da mehrere Straßen hindurchführen. Parkplätze und Aussichtspunkte bieten sich immer wieder für einen Halt an. Zu sehen sind schroff aufragende Felswände, über denen Geier und Adler kreisen - sie sind manchmal mit dem bloßen Auge zu erkennen. Hinzu kommen sonnenverwöhnte Flusstäler, vor allem das Tal des Tajo, welche die Landschaft lieblich gestalten. Unbedingt ein Fernglas mitnehmen, um die majestätischen Greifvögel aus nächster Nähe betrachten zu können.
In einem Schloss oder Palast übernachten und dabei den Komfort eines zeitgemäßen Hotels genießen: Das bieten die Paradores. Die spanische Hotelkette ist bekannt für Übernachtungen in ausgewählten historischen Gebäuden, die zu schönen Boutique-Hotels umgebaut wurden. Dabei strahlen die Häuser aber auch immer noch viel alten Charme und Luxus aus.
Außer dass Merida als das "spanische Rom" gilt, hat die Stadt aber noch viel mehr zu bieten. Zum Beispiel malerische alte Gassen, schöne Gebäude und beeindruckende Kirchen aus dem Mittelalter. Historische Spuren finden sich überall in der Extremadura, das zeichnet den wilden Westen Spaniens, der auch so viel Kulturgeschichte trägt, aus. In Merida kommen besonders viele Sehenswürdigkeiten aus der römischen Antike und dem Mittelalter zusammen. Das macht die Stadt so spannend!
Was wäre ein köstliches Essen mit regionalen Spezialitäten der Extremadura ohne einen krönenden Abschluss. Der kann süß oder herzhaft sein, und beides ist absolut zu empfehlen! Mit Honig, Schokolade und frischer Creme kreierte süße Desserts oder Käseplatten mit herzhaftem Hartkäse der Region runden ein Essen perfekt ab. Die Desserts sind bei Einheimischen und Urlaubern gleichermaßen beliebt. Am besten selbst einmal probieren!
-Tipp
Nahe der portugiesischen Grenze liegt der Alcantara-Stausee. Er wird gespeist vom Tajo, dem längsten Fluss auf der iberischen Halbinsel. Der Stausee ist ein faszinierendes Ausflugsziel, auch deshalb, weil unterhalb eine antike Brücke liegt. Sie gilt als besterhaltene Brücke der alten Römer - und ist knapp 2.000 Jahre alt!
Hotel:
Parador de Zafra ab 122 Euro/Nacht
NH Collection Palacio de Oquendo ab 182 Euro/Nacht
Aktivitäten:
4x4-Tour mit dem Geländewagen durch den Nationalpark Monfragüe, über Visit Spain Mit Ferngläsern ausgestattet, die seltenen Gänsegeier, Mönchsgeier und Schmutzgeier beobachten, wie sie ihre Jungen füttern. Das Tal ist wild und gleichzeitig romantisch, dafür sorgen zerklüftete Felsen und der malerische Fluss Tajo.
Kulinarik:
Restaurante Barbarossa in Merida - hier werden klassische lokale Gerichte, wie der Iberische Schinken, mit modernem Twist serviert. Die Karte erfreut auch alle, die vegetarische Küche mögen. So lecker!
Marita Trinius
Spanien, sehr ursprünglich, im Einklang mit der Natur - so lernte ich die Extremadura kennen. Die Region an der Grenze zu Portugal ist noch ein Geheimtipp. Wer sich jenseits bekannter Touristenpfade bewegen möchte, dem kann ich sie nur ans Herz legen.