Vor 13 Jahren entdeckt Michael eher zufällig seine Begeisterung für Kreuzfahrten: Zu seinem 50. Geburtstag bekommt der Freund der italienischen Lebensart eine Reise rund um den italienischen Stiefel geschenkt. Daraus entstehen nicht nur eine Reportage für das damalige WAZ-Reisejournal, sondern auch zahlreiche weitere Reisen, die ihn gemeinsam mit seiner Frau unter anderem ins Mittelmeer, an die Ostsee, in die Karibik und zu den Kanaren führen.
Die ersten Stopps in Haugesund, Måløy und Molde sind bereits ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Doch spätestens, als das Schiff immer tiefer in die norwegischen Fjorde hineinfährt, wird klar, dass diese Reise etwas ganz Besonderes bereithält.
Plötzlich sind da diese gewaltigen Berge, die links und rechts aus dem Wasser ragen, schneebedeckte Gipfel, die sich im ruhigen Wasser der Fjorde spiegeln, und Wasserfälle, die sich ihren Weg die Felswände hinunterbahnen. Dazwischen liegen immer wieder kleine Wiesen und Häuser, die in dieser riesigen Landschaft fast ein wenig verloren wirken. Man kann sich kaum sattsehen und möchte am liebsten jede einzelne Aussicht fotografieren.
Besonders die Fjorde rund um Geiranger, Nordfjordeid und Flåm beeindrucken Michael. Manche Fjorde erstrecken sich mehr als 100 Kilometer tief ins Landesinnere. Mitten durch diese Landschaften zu fahren und sie vom Schiff aus hautnah zu erleben, gehört zu jenen Momenten, die man nicht so schnell vergisst.
Ein besonderes Erlebnis ist die Panoramatour zum Briksdalgletscher. Je näher Michael dem Gletscher kommt, desto beeindruckender wird die Natur. Tosende Wasserfälle, mächtige Berge und das ewige Eis des Gletschers machen die Tour zu einem Höhepunkt der Reise. Hier wird einem wieder einmal deutlich vor Augen geführt, wie klein man selbst angesichts dieser gewaltigen Naturphänomene ist.
Und dann ist da noch die Flåmsbana. Die berühmte Bahn schlängelt sich durch die norwegische Bergwelt und eröffnet immer wieder neue, wunderschöne Ausblicke. Während draußen Wasserfälle die Hänge hinabstürzen und sich tief unter einem das Tal öffnet, wird selbst eine einfache Zugfahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Am liebsten möchte man gar nicht blinzeln aus Angst, eine dieser wunderschönen Aussichten zu verpassen.
Zum Abschluss wartet mit Ålesund noch ein ganz besonderer Ort auf Michael. Das kleine, pittoreske Städtchen am Nordmeer mit seinen schönen Häuserfassaden und seiner Lage direkt zwischen Bergen und Meer bildet einen gelungenen Abschluss, bevor es wieder zurück an Bord geht.
Was von dieser Reise bleibt, sind nicht nur viele schöne Fotos, sondern vor allem die Erinnerungen an diese unglaublichen Landschaften: das tiefe Blau der Fjorde, die schneebedeckten Berge, das Rauschen der Wasserfälle und zugleich diese ganz besondere Ruhe, die man nur an solchen Orten finden kann.
Nach der Ostsee und der Karibik schlägt Michael mit Norwegen ein ganz besonderes Kapitel seiner Kreuzfahrtgeschichte auf. Und wenn man sich diese Bilder anschaut, bekommt man schnell das Gefühl, dass diese Reise ruhig noch ein wenig länger dauern dürfte.
-Tipp
Zwiebelprinzip: In Norwegen bestens vorebereitet
Wer die norwegischen Fjorde erkundet, sollte sich nicht vom Sonnenschein am Morgen täuschen lassen. Gerade in den Bergen und rund um die Fjorde kann das Wetter schnell umschlagen. Während an Bord noch die Sonne scheint, kann es bei einem Ausflug ins landesinnere plötzlich deutlich kühler und windiger werden.
Deshalb gilt: Lieber eine Schicht zu viel als eine zu wenig! Eine leichte, wasserabweisende Jacke, ein warmer Pullover und bequeme, feste Schuhe gehören bei AUsflügen unbedingt ins Gepäck. So lässt sich die spektakuläre Landschaft auch dann genießen, wenn der nächste Regenschauer nicht lange auf sich warten lässt.
Und noch ein Tipp für die Fjordfahrt: Einen Platz draußen sichern und die Kamera bereithalten! Die schönsten Ausblicke kommen manchmal völlig unerwartet und wenn zwischen zwei Wolken plötzlich ein schneebedeckter Gipfel oder ein tosender Wasserfall auftaucht, möchte man diesen Moment garantiert nicht verpassen.
Janis Kuballa
Ich glaube die besten Erinnerungen entstehen dort, wo man kurz vergisst auf die Uhr zu schauen. Denn am Ende sind es die Momente, in die wir unsere Zeit investieren, die zu den schönsten Erinnerungen unseres Lebens werden.